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Fördertechnik Wellpappe
 

Tour durch die Ausbildungslandschaft

IHK Bielefeld besucht Betriebe in Minden
VON SVEN KIENSCHERF

Minden (ski). Sebastian Grünewald hat gut 20 Bewerbungen geschrieben, bevor es geklappt hat. Am 1. August fängt der 20-Jährige seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann an. Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) informierte sich gestern bei drei Betrieben aus dem Mühlenkreis über die Ausbildungssituation vor Ort.

Thomas Niehoff (IHK), 
Swen Binner (IHK), Dirk Schlüter (Edeka), Ortwin Goldbeck (IHK) und Mark
 Rosenkranz (Edeka) während der IHK-Ausbildungstour im Edeka 
Schulungszentrum.
Thomas Niehoff (IHK), Swen Binner (IHK), Dirk Schlüter (Edeka), Ortwin Goldbeck (IHK) und Mark Rosenkranz (Edeka) während der IHK-Ausbildungstour im Edeka Schulungszentrum. | Foto: Otto

Sebastian Grünewald steht bei Edeka in den Startlöchern. Seit Oktober des vergangenen Jahres macht er ein Praktikum bei dem Lebensmittelkonzern. "Ich bin gerne unter Menschen", sagte Grünewald über den Grund seiner Berufswahl.

Folgt man Edeka Vorstand Dirk Schlüter, hat Grünewald jetzt alle Möglichkeiten, bis hin zum selbstständigen Filialleiter. "Unser Ziel ist es, Fach- und Führungspositionen aus den eigenen Reihen zu besetzen", erläuterte Hermann Schröer von der Personalabteilung. Im Kammerbezirk der IHK bildet Edeka zurzeit 343 Auszubildende aus, unter anderem in der Produktion, in der Verwaltung und im Einzelhandel. Bundesweit sind es 3346.

Station machte die Abordnung um IHK-Präsident Ortwin Goldbeck auch bei Harting in Espelkamp. Zurzeit werden bei dem Unternehmen, das Steckverbindungen herstellt, 61 Jugendliche in 16 Berufen ausgebildet. 27 kommen im Laufe des Jahres noch hinzu, sodass bis Ende 2010 mehr als 80 Auszubildende auf das Arbeitsleben vorbereitet werden. Gesellschafterin Margrit Harting betonte, dass eines der Ziele des Ausbildungszentrums sei, dass gewerbliche und kaufmännische Auszubildende voneinander lernen. "Der eine sieht auch schon mal, was der andere so macht. Dann werden Vorurteile abgebaut", so Harting.

Seit 60 Jahren werde bei dem Unternehmen ausgebildet. Allerdings gingen die Bewerbungseingänge zurück: minus 28 Prozent im gewerblichen Sektor, 18 Prozent weniger Interessenten gab es bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen und zwölf Prozent Bewerber weniger beim Dualen Studium.

Am Ende der Ausbildungstour stand für die IHK ein Besuch bei der Firma Minda auf dem Programm. Insgesamt bilde das Unternehmen, das Industrieanlagen entwickelt und herstellt, 43 Auszubildende aus, davon 27 in Minden, so Unternehmensleiter Robert Falch. Wert lege man auch auf Kooperationen vor Ort. So arbeitet das Unternehmen mit der FH Minden bei den Studiengängen Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieur zusammen. Die Studenten arbeiten während ihrer Ausbildung in dem Unternehmen. "Ziel ist es, Arbeitskräfte zu gewinnen und an die Region zu binden", so Falch. Darüber hinaus hält Minda an der FH Hannover ein Stipendium. Falch: "Wir unterstützen dort einen begabten Studenten." Kooperationen gebe es auch mit Schulen aus der Region. "Wir wollen Schüler bewegen, technische Berufe zu ergreifen." Falch: "Schulen, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns haben, können sich gerne melden"

IHK Präsident Ortwin Goldbeck lobte das Engagement der Unternehmen. Sie sorgten für den Nachwuchs an Fachkräften. Er appellierte an Firmen, die nicht ausbilden, in die Ausbildung einzusteigen.
 
 
Erschienen im "Mindener Tageblatt" vom 5. Juli 2010

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